Affentheater bei Volkswagen

Affentheater bei Volkswagen

— The same procedure as last year? —

Die Skandale um den Volkswagenkonzern wollen einfach nicht abreißen. Offensichtlich hat das Unternehmen aus seinen Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt. Erst hat Volkswagen den ehemaligen Vorstand von General Motors angeheuert, ein Vorgang, der unter dem Verdacht steht, dem Diebstahl von Betriebsgeheimnissen von der Konkurrenz gedient zu haben. Dann wurde mit Unterstützung des Aufsichtsratsmitgliedes Gerhard Schröder der IG-Metaller Peter Hartz als Vorstand eingestellt, welcher massiv an der VW-Korruptionsaffäre beteiligt war, in der Mitglieder des Betriebsrates mit Geld, Luxusreisen und Prostituierten bestochen, und außerdem die Geliebte eines Betriebsrates eingestellt wurde. Und dann kam auch noch der Dieselskandal von dem angeblich weder der Vorstand noch der Aufsichtsrat etwas gewusst haben wollte. Zusätzlich kam vor einigen Wochen heraus, dass der Vorstand dem VW-Betriebsratsvorsitzenden Zahlungen „zugeschustert“ hatte, die so hoch waren, dass sie den Straftatbestand der Untreue erfüllen können und Ermittlungen nach sich ziehen!

Und nun kam vor wenigen Tagen der nächste VW-Skandal ans Tageslicht, der auch als Monkeygate-Skandal bezeichnet wird. Er stellt die nächste Etappe in der Abgasaffäre von Volkswagen dar. Im Auftrag von VW soll dabei im Jahr 2014 in den USA eine Studie in Auftrag gegeben worden sein, die die starke Reduktion schädlicher Abgaswerte der Motoren, insbesondere des Abgases Stickstoffdioxid NO2, demonstrieren sollte. Um die Unschädlichkeit der Abgase unter Beweis zu stellen, wurden zehn Affen vier Stunden lang in Räumen mit Auspuffgasen eines VW Beetles eingeschlossen und gezielt Schadstoffen ausgesetzt. Der Aufschrei der Öffentlichkeit ließ entsprechend nicht auf sich warten.

Dabei sind die immer wiederkehrenden Skandale, die den Ruf von VW ruinieren und dem Unternehmen massiven Schaden zufügen, keine reinen Zufallserscheinungen oder gar aus heiterem Himmel. Im Gegenteil: Sie sind Teil einer langen Reihe von Verfehlungen, die sich auf die Sonderrolle der Konzernstruktur bei VW zurückführen lassen. Sie sind Symptome der zweifelhaften Verbindung von Staat und Wirtschaft. Denn die Verbindung von Staat, Kapital und Gewerkschaften führt zwangsläufig zu diesen skandalösen Vorgängen.

Bei VW kann man die deutsche Mitbestimmung in ihrer Perfektion und ihrer Perversion studieren: Zehn Arbeitnehmervertreter und dazu noch zwei sozialdemokratische Politiker stehen acht Leuten aus der Wirtschaft gegenüber. Das führt zuerst zu Kungelei, dann zu Korruption und schließlich zur Verwahrlosung der Sitten, wie der Skandal um die Versuche mit Affen wieder einmal zeigt. Es wird Zeit, dass sich Staat und Politik aus dem Unternehmen zurückziehen. Wie die meisten seiner Konkurrenten muss VW privatisiert werden. Nur so kann das Unternehmen schlanker und effizienter werden sowie sich vor weiteren Skandalen schützen. Sollte das nicht passieren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Skandal bei VW aufgedeckt wird. Hoffen wir also, dass die Politik und das Unternehmen zu guter Letzt doch noch zu der Einsicht kommen, dass eine Privatisierung die einzig logische Konsequenz aus der Unternehmensvergangenheit ist.

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